Meine persönlichen Top 3 Single No-Go-Areas: Wohin ich auch nach Corona sicher nicht (allein) gehen werde.

Überall liest man nur noch, was man wohl als allererstes machen wird, wenn die Beschränkungen aufgehoben werden. Ich für meinen Teil habe ehrlich gesagt kaum ein Problem damit, viel Zeit zuhause zu verbringen. Mal wieder an einem lauen Abend ein Eis in der Stadt zu essen und Leute zu beobachten oder einen Tagesausflug an den Bodensee zu machen, wäre für mich schon cool genug.

Was ich aber genau weiß: Es gibt Orte, da möchte man als Single weder vor, noch während oder irgendwann nach Corona (allein) wieder hin. Hier meine Top 3 der No-Go-Areas für Singles.

Tupperpartys

Wenn wir mal ehrlich sind, war doch die erste Einladung zu einer Tupperparty, die wir irgendwann in unseren späten 20ern erhalten haben, der Anfang vom Ende. Ich glaube, keiner konnte sich damals gegen den Gedanken wehren: „Ok, das war’s. Ich werde offiziell alt.“ Ja, hier mag es ein Gefälle zwischen Stadt und Land geben, sind doch die vom Land sowieso alle schon hinterwäldlerisch mit 24 verheiratet, bekommen dorf-spätgebärend mit 27 das erste Kind, anstatt sich auf die Karriere zu konzentrieren und erdreisten sich dann auch noch, mit ihren Doppelkennzeichen am Minivan oder Kombi zum fancy Stuttgarter Heusteigviertelfest anzureisen und den Städtern das Wochenende zu versauen. Interessanterweise höre ich solche Sätze immer nur von zugezogenen „Stadtmenschen“, die damit wohl vertuschen wollen, dass sie bis vor Kurzem noch selbst in einem Dreifach-Kennzeichen-Gebiet gewohnt haben. Angriff ist ja die beste Verteidigung. Aber ich schweife ab.

Bei Tupperpartys schaut man in so manchen Abgrund. Und stellt fest, dass Mutti dem Junior wohl besser keine Pflaumen in die Lunchbox gepackt hätte.

Nicht, dass ich was gegen Tupper hätte. Im Gegenteil. Ich bin damit groß geworden, besitze selbst einige Tafelperlen und Tiefkühlsets in Pastellfarben und die Qualität ist unbestritten. Aber spätestens nach einer halben Stunde into the Party gibt die Tuppertante den Startschuss zur Gesprächsspirale Richtung Hölle, aus der ich den ganzen Abend auch mit größter Anstrengung nicht mehr zurückfinde. „Ihr kennt das ja alle, wenn morgens der Mann und die Kinder schnell was zu essen mitnehmen möchten…“ Ähm, lass mich kurz überlegen…nein? Aber es ist schon zu spät. Die folgenden 3,5 Stunden finde ich mich zwischen zu 2er oder 3er-Gruppen zusammengerotteten Muttis sitzend wieder, die die beste Strategie zum Schulwechsel auf die weiterführenden Schulen erörtern oder in welchen Abständen der Durchfall vom Zweitkleinsten aktuell so kommt.

Manchmal frage ich mich, ob besagte Plastikbehältnisse nur ein Vorwand für noch einen weiteren Eltern-Treff sind, bei dem man sich gegenseitig mit „also meiner kann ja schon“ überbietet. Man kommt ja sonst nicht mehr vor die Tür. Zum Konzept des Unternehmensrecruitings würde es passen. Mütter, die am Ende der Elternzeit nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen und karrieretechnisch sowieso grade in der Sackgasse stecken, mit einem fragwürdigen Schneeballsystem ködern und ihnen versprechen, dass sie alsbald der heimliche Großverdiener in der Familie sein werden. Und auf diesen Zug springen mittlerweile etliche Vertreiber von Putz-, Nahrungsergänzungsmitteln und weiß der Geier was noch auf. Ekelhaft. Dass das möglich ist, liegt aber hauptsächlich an der noch immer nicht familienfreundlichen Wirtschaft in unserem Land. Aber das nur am Rande.

Fazit: Diese Partys führen mir auf so vielen Ebenen Dinge vor Augen, auf die ich so gar keine Lust habe.

Allein auf Konzerte

Viele machen das. Ist schon klar. Ich hab’s versucht. Wirklich. Ja, und dann steht man da, mit seinem Band-Plastikbecher, glotzt angestrengt nach vorne, weil man ja sonst nicht viel tun kann, und hofft, dass einen keiner beobachtet. Und obwohl ich bei Konzerten eigentlich alles um mich herum vergesse und wirklich den ganzen Abend laut singen kann, bis die Stimme weg ist, bin ich gehemmt, wenn ich allein bin. Keine Ahnung warum. Vielleicht will ich nicht die Verrückte sein, die keine Freunde hat und sich zu „I want it that way“ in Ekstase danct.

Vielleicht ist es aber auch das widerliche Gefühl, sich in einer riesigen Menschenmenge plötzlich einsam zu fühlen. Das kann ich gut. Und das brauch ich nicht. Vor allem, wenn ich dran denke, dass ich jetzt genauso gut mit einer Freundin eine soeben erdachte Choreo zum Besten geben könnte, bis die Füße weh tun – und wir auffallen. Und daran, dass es einfach blöd ist, hinterher mit keinem das „Weißt du noch, das war so cool….“ teilen zu können.

Ganz zu schweigen von den Pärchen, die sich bei jeder Ballade voreinander gestellt zu einem einzigen Menschen synthetisieren und sich andächtig und total verliebt im Takt wiegen. Ok, ich bin dann mal weg.

Allein auf’s Konzert. Kann man, muss man aber nicht. Ich zumindest werde dabei nicht glücklich.

Allein auf Hochzeiten

Man sagt ja, Hochzeiten sind perfekte Singlebörsen. Kann ich nicht bestätigen. Hier ist die Pärchendichte doch genauso hoch wie überall. Weil das Brautpaar – seines Zeichens ja überraschenderweise auch ein Paar – normalerweise auch hauptsächlich mit Paaren befreundet ist. Also hat man die Wahl, entweder direkt mit am Brauttisch zu sitzen (Klasse, direkt auf dem Präsentierteller), irgendwo zwischen seinen alten Schulfreunden und ihren Partnern (was noch die erträglichste Alternative ist. Vor allem mit Alkohol) oder aber am Singletisch, der praktischerweise auch gleichzeitig der Kindertisch ist. Dann ist dem Single nicht langweilig und die Bälger sind beaufsichtigt, während sich Mutti einen hinter die Binde kippt und Dirty Dancing mit Onkel Friedhelm tanzt, inklusive Hebefigur und verstauchten Handgelenken.

Glücklicherweise sitzt man ja aber nicht allein am Tisch. Zwischen den Kindern hockt Großcousine Tina, die frisch geschieden ist und einem den ganzen Abend weintrunken ihr Leid klagt. Weil die Braut fand, es wäre eine „nette Idee“, die zwei hoffnungslosen Fälle zusammen zu bringen. Äh. Nein. Dann lieber irgendein Plus 1 mitnehmen, und wenn’s eine Freundin ist. Steht ja auch auf der Einladung, die die Braut einem mit den Worten zugesteckt hat: „Wer weiß, vielleicht hast du ja bis dahin jemanden.“ Grins grins, zwinker zwinker.
Ja ja. Kotz kotz.

Lieber nutze ich diese restliche Abstandszeit noch und mache mir Gedanken über die Top Go-To-Areas für Singles. Stay tuned.


Habt ihr auch Horrororte, die ihr als Singles meidet? Oder habt ihr euch daran gewöhnt, überall allein hinzugehen? Oder ist das vielleicht sogar die richtige Strategie, um jemanden kennenzulernen? Verratet es uns, hier oder auf Facebook, Instagram und Twitter.

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