Ich sortiere gerne Schubladen – auch in meinem Kopf

Ich habe ein Problem. Ich hasse Unordnung. Ich hasse sie in meiner Wohnung, im Kleiderschrank, in den Küchenschubladen und in meinem Kopf. Und ich meine nicht die Art von Unordnung, die herrscht, wenn im Bad mal wieder alle ihre Klamotten auf einem Berg durcheinandergeschmissen haben oder wenn im Kinderzimmer Chaos herrscht. Nein, das gehört für mich zum Leben in einem Vierpersonenhaushalt dazu. Auch ich räume abends meinen Teller nicht immer in die Spülmaschine, lasse leere Flaschen rumstehen oder finde meine Socken nach zweitägiger Suche unter dem Sofa wieder. Das ist es nicht. Was ich meine, ist Strukturlosigkeit.

Das Beschriftungsgerät und ich haben eine besondere Beziehung

Man könnte also sagen, ich bin ein sehr strukturierter Mensch. Dinge müssen bei mir ihren festen Platz haben. Sie müssen nicht immer an diesem Platz liegen, aber ich muss wissen, wo sie hingehören. Okay, ich weiß, das klingt jetzt schon ein bisschen freakig und ich habe noch nicht mal angefangen zu erzählen. Ich liebe es einfach, Dinge zu sortieren. Mit dem einfachen Hintergedanken, dass ich sie dann schnell wiederfinde und mehr Zeit für andere Dinge habe. Klingt doch logisch.

Ich will es mal an ein paar Beispielen erklären. Die Kleinkind-Kleidung meiner großen Tochter lagert nach Größen sortiert und in Kisten beschriftet im Keller. Alles, was für meinen kleinen Sohn eher untragbar ist (z.B. Kleider) wird direkt aussortiert und verkauft oder verschenkt. Einiges an Kleidung haben wir geliehen, wandert also nach einer gewissen Zeit automatisch wieder zurück zum Besitzer. Mir gibt es ein gutes Gefühl, nur das an Kinderklamotten im Haus zu haben, was die Kinder wirklich noch brauchen und nicht auf einem riesigen Klamottenberg zu sitzen.

Das große Aussortieren

Diese Sortiererei betreibe ich praktisch in allen Bereichen. Wir haben zum Beispiel ein Bastelzimmer. Großer Luxus, ich weiß. Dieses Zimmer war auch nur möglich, weil ich den Keller so weit ausgemistet habe, dass ein ganzes Zimmer frei wurde. In diesem Zimmer steht unser ganzer Bastelkram, natürlich, wie könnte es anders sein, fein säuberlich sortiert in beschrifteten Kisten. Es ist so angenehm, mit dem ersten Griff die Farbe und mit dem zweiten die Pappe und den Filz zu finden, mit denen die Kinder genau in diesem Moment basteln wollen. Nennt mich verrückt, ich find’s mega.

Ich könnte ewig weitererzählen, von Kistchen mit nach Größen sortierten Schrauben und Schubladen extra für Cuttermesser. Natürlich beschriftet! Man will das Zeug ja wiederfinden. Ich sortiere Bücher, CDs, DVDs, Handtaschen. Warum? Weil es mir Spaß mach. Und was sagt das jetzt über mich aus?

Marie wer?…

Na, höre ich da einige laut denken: „Hat die zu viel Zeit, ist ihr langweilig?“ Beides kann ich verneinen. Für mich ist es einfach ein gutes Gefühl, Dinge, die ich nicht mehr brauche oder schön finde aus der Wohnung zu verbannen und anderen dafür einen speziellen Platz zu geben. Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Marie Kondo, das Mädel ist fünf Jahre jünger als ich. Glaubt mir, ich war schon am Ausmisten und Beschriften, da hat Mariechen noch überlegt, was sie glücklich macht. Als ich kürzlich gelesen habe, dass sie jetzt einen Online Shop hat, in dem man reichlich neues Zeug kaufen kann, um den zuvor weggeworfenen Plunder zu ersetzen, musste ich ein wenig in mich hineinlächeln. Marketing at its best.

Wir leben auf drei Etagen. Auf der Treppe zu jeder Etage steht ein Körbchen und wir werfen einfach alles, was in das andere Stockwerk zurück soll, den Tag über in dieses Körbchen. Dadurch liegt nicht so viel herum und im besten Fall nimmt irgendwann jemand die Sachen wieder mit an „ihren Platz“ oder wenigstens ins richtige Stockwerk. Unordnung ist also durchaus okay, auch darf das ganze Spielzeugsortiment tagsüber im Wohnzimmer ausgebreitet werden, solange die Dinge irgendwann wieder da sind, wo sie hingehören.

Ordnung in der Wohnung und im Kopf

Seit ich Kinder habe, bin ich noch organisierter als vorher. Nicht nur was die Ordnung betrifft. Ein gewisses Zeitmanagement braucht jede Mutter, sonst bringt sie den Tag nicht ohne Nervenzusammenbruch über die Runden. Ich plane gerne im Voraus. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass der nächste Tag stressig wird, weil er voll von Terminen ist, überlege ich mir schon am Abend, was die Kinder am nächsten Tag anziehen, diskutiere das gegebenenfalls schon am Vorabend beim Zähneputzen mit den Kindern aus, um mir am Morgen die fünfzehnminütige Diskussion zu ersparen. Das hat zwei entscheidende Vorteile. Wenn die Kids abends müde sind, ist ihnen in der Regel egal, was sie am nächsten Tag anziehen und ich komme morgens entspannter und schneller durch die Morgenroutine. Alles eine der Frage der Organistion.

Über die Jahre hinweg habe ich mir einige Muster zurechtgelegt, die mir helfen, strukturierter durch den Tag zu kommen oder mich auf bestimmte Situationen vorzubereiten. Eine gewisse Ordnung, sowohl räumlich als auch mental, sind für mich ein wichtiger Teil davon. Manchmal muss man seine Schubladen neu sortieren – auch im Kopf. Es gibt Leute, die sagen, ich hätte einen Hang zum Perfektionismus (oder einen an der Klatsche, je nachdem). Das finde ich nicht. Denn nur, weil ich bei Spielzeugkisten zwischen Lego und Playmobil trenne, heißt das nicht, dass ich kein spontaner Mensch bin. Im Gegenteil. Ordnung ist für mich eher eine Art der kreativen Problemlösung. Meine Freunde wissen das (hoffentlich). Und bei ihnen ist mir auch jegliche Unordnung egal. Jeder muss sein eigenes Ding machen.

Mehr Ordnung im Kopf schafft Platz für Neues

To be continued…

Mein nächstes Projekt ist übrigens mein Büro. Wenn ich mich hier so umsehe, muss man hier dringend mal was machen. Ich habe nämlich noch ein Problem. Ich liebe die Veränderung. Aber dazu beim nächsten Mal mehr…


Wie geht es dir damit? Wieviel Ordnung brauchst Du? In der Wohnung und im Kopf…


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